Am 19. September 1898 wurde in Bernau ein Schwarzwald- und Verschönerungsverein gegründet. Zum Ersten Vorsitzenden wählte man Eugen Höffner vom Ortsteil Hof.

Bis zum Jahre 1911 schweigt jedoch das Protokollbuch.

Am 05. Februar 1911 trafen sich dann sechs Herren im Gasthaus Adler, um den Verein aufs Neue zu beleben und am 19. März 1911 war im „Löwen“ eine Generalversammlung einberufen. An Stelle des zurückgetretenen Eugen Höffner wurde Postverwalter König zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Der damalige „Kassenvorrat“ betrug 145 Mark.

An einer Versammlung am 10. September 1911 nahmen auch Prof. Hans Thoma und Prof. Haueisen teil. Der Erste Vorsitzende feierte Hans Thoma als großen Künstler und Heimatsohn, dem die Gemeinde überaus viel zu verdanken habe. Thoma sagte, daß ihn die Ehrung und Begrüßung sehr freue und er hege für den Verein große Sympathien. Er spendete einen Betrag von 50 Mark.
Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, daß die Mitgliederzahl im Jahre 1911 von 15 auf 50 angewachsen war. Ebenso konnte im selben Jahr im Gasthaus Rössle ein Sektionszimmer eingerichtet werden.

Im Jahre 1912 mußte zur Bahnfrage Stellung genommen werden. Man befürchtete, daß der Fremdenverkehr durch die vorgesehene Linienführung „Titisee-Schluchsee-St.Blasien“ abgeleitet wird.
Am 23. Juni 1912 beteiligte sich der Verein an der Feier zur Enthüllung des Hans-Thoma-Denkmals sowie der feierlichen Einweihung der gestifteten Altarbilder. Zu diesem Tage wurde eigens eine besondere Festpostkarte herausgegeben. Daß man schon sehr knapp kalkulieren mußte, zeigt das Kassenbuch aus dem Jahre 1912: 445,50 Mark Einnahmen standen 445,22 Ausgaben gegenüber.

Zahlreich war der Besuch bei einem Familienabend am 10. August 1913 im Rössle. Bei Münchner Bier wurde gesungen, musiziert und getanzt.

Die eigentlichen Leistungen in den ersten Vereinsjahren waren durch den schwachen Kassenbestand sehr gehemmt. Außer kleinerer Ausbesserungsarbeiten an Wanderwegen und Schildern, war die Werbung für den Fremdenverkehr die Hauptaufgabe.

Als herausragendes Ereignis darf das vom Verein veranstaltete Skifest am 01. Februar 1914 bezeichnet werden. 170 Teilnehmer vom sechsten bis zwanzigsten Lebensjahr beteiligten sich an den verschiedenen Disziplinen. Unter der Leitung des Ersten Vorsitzenden Postverwalter König wurde dieser Tag zu einem Jugend- und Volksfest. Die flotten Skilieder der Schuljugend und die Weisen des Musikverein Bernau erhöhten die freudige Stimmung.

Infolge des 1. Weltkrieges ruhte von 1914 bis 1918 jegliche Vereinsarbeit.

Auf Anregung von Hauptlehrer Berthold trafen sich am 31. Juli 1921 im Gasthaus Adler einige Wanderkameraden um die Ortsgruppe Bernau neu ins Leben zu rufen. Das offizielle Bestehen der Sektion beginnt dann aber erst mit dem Jahre 1922, wo auch die ersten Beiträge von 10 Mark erhoben wurden.
Am 15. Januar 1922 wird dann erstmals nach dem 1. Weltkrieg wieder eine Generalversammlung abgehalten. Daß das Interesse am Schwarzwaldverein sehr groß geworden war, zeigt das Anwachsen der Mitgliederzahl auf 77.

Der von privater Seite erbaute Pavillon auf dem „Köpfle“ gehört seit dem Jahre 1926 zu den Interessen der hiesigen Ortsgruppe. Adolf Spitz aus Bernau-Innerlehen wird mit der Renovierung beauftragt.
Aus beruflichen Gründen wurde am 08. August 1926 der langjährige Vorstand Herr Oberlehrer Berthold verabschiedet. Er war es, der im Verein den Gedanken erweckte, einen Weg zum Herzogenhorn und damit eine bessere Verbindung zum Feldberg zu schaffen. Der geplante Weg wurde dann an Herrn Longo zur Erbauung vergeben und zur vollsten Zufriedenheit fertiggestellt. Am 21. August 1927 fand das Einweihungsfest statt. Die beiden Bernauer Musikkapellen gaben dem Festzug zum Scheibenfelsen das Geleit. Es war ein imposanter Anblick, als die 500 Teilnehmer in langer Reihe auf dem neuen Pfad den Berg hinanstiegen. Erster Vorsitzender Eusebius Schmid übergab den „Hans-Thoma-Weg“ der Öffentlichkeit und Pfarrer Schweizer weihte den Weg feierlich ein.

1936 wurde August Draxler, der frühere Krunkelbachwirt, zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Vereinsführung wurde die Verbindung zum Hauptverein verstärkt und so gelang es mit Unterstützung des damaligen Präsidenten des Schwarzwaldvereins, Dr. Schneiderhöhn, daß sich Bezirkswegewart Leopold Doldinger um die Verbesserung der Wegemarkierung im Bernauer Gebiet einsetzte. Diese Arbeit wurde von Doldinger in vorbildlicher Weise geleistet, daß es die Bernauer als Pflicht erachteten, ihm am Kaiserberg einen Gedenkstein zu errichten. Nachdem Bildhauermeister Franz Köpfer, Bernau-Dorf, das Bildnis von Doldinger in den Felsen gehauen hatte, fand am 23. Oktober 1938 die feierliche Einweihung des „Doldinger-Felsens“ statt.

Der 2. Weltkrieg und die Nachkriegsfolgen haben dazu geführt, daß auch der Schwarzwaldverein in den Jahren 1946 und 47 von der Militärregierung verboten wurde, erst am 17.12.1947 konnte die Vereinsarbeit wieder aufgenommen werden.

Am 19. September 1948 konnte der Verein auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Da jedoch die Geldentwertung dem Verein stark zugesetzt hatte, konnte keine Feier stattfinden.

Aus gesundheitlichen Gründen stellte im Jahre 1950 der Erste Vorsitzende Draxler sein Amt zur Verfügung. Zahlreiche Wanderwege wurden unter seiner Vereinsführung ausgebaut und verbessert.
Mit Ernst Baur wurde ein hervorragender Nachfolger gefunden.

Unerwartet verstarb 1951 Ehrenmitglied Eugen Höffner. Er gehörte 53 Jahre dem Verein an und war ein Mann der „Ersten Stunde“. Im Jahre 1898 hatte Höffner den Schwarzwald- und Verschönerungsverein gegründet und lange Jahre als Vorsitzender geleitet.

Bei den Vorstandswahlen im Jahre 1953 gab es erneut eine Änderung an der Vereinsspitze, denn mit Forstwart Ernst Fritz wurde ein neuer Vorsitzender gewählt.

Ein Jahr nach seiner Ernennung zum Ehrenmitglied verstarb 1954 der weit über Bernau hinaus bekannte „Ski-Köpfer“.

Mit der Erneuerung des Pavillons auf dem Köpfle ging 1955 ein langersehnter Wunsch des Vereins in Erfüllung. Ohne viel Aufsehen hatte der damalige Vereins-Wegewart Josef Wasmer die Hauptarbeit übernommen.

Nach dem Tod des Ersten Vorsitzenden Ernst Fritz wurde bei der Generalversammlung im Jahre 1956 erneut Ernst Baur zum Nachfolger gewählt.

Am 15. Juni 1958 wurde das 60jährige Vereinsjubiläum mit einem Waldfest beim Pavillon auf dem Köpfle gefeiert. Unter Mitwirkung der beiden Bernauer Musikkapellen und des Männergesangvereins wurde dieser herrliche Sonntag für die Festbesucher zu einem besonderen Erlebnis.

Unter der Vereinsführung von Ernst Baur wurden nun zahlreiche Wanderungen durchgeführt.

An der Einweihung des Wanderheimes „Hochkopfhaus“ im Juni 1963 nahmen 40 Wanderfreunde unserer Ortsgruppe teil.

Im Jahre 1966 verstarb der frühere Vorsitzende Oberlehrer Berthold. Ihm hatte man das Aufblühen des Vereins in den zwanziger Jahren zu verdanken.

Unter den Wanderführern Fritz Walter, Reinhard Dietsche, Fritz Wasmer und Leo Köpfer (Riggenbach) wurden ab 1966 viele Wanderungen durchgeführt, die einen sehr großen Zuspruch fanden.

Anläßlich des 75jährigen Vereinsjubiläums lud unsere Ortsgruppe am 01. Dezember 1973 zu einer Familienfeier ins Kurhaus ein. Vorsitzender Ernst Baur gab einen Rückblick über die wichtigsten Ereignisse seit der Gründung im Jahr 1898. Zur Unterhaltung spielte der „Bayer-Sepp“ auf.

Von einigen interessierten Wanderfreunden kam 1976 die Anregung einen Volkslauf oder eine Bergwanderung durchzuführen. Emil Mutterer wurde mit der Organisation beauftragt und am 14. Und 15. August 1976 waren die 1. Bernauer Bergwandertage geboren.
Da diese Wandertage ein so großes Echo fanden, beschloß man, auch im Winter einen Volksskilauf zu veranstalten.

Bei den Vorstandswahlen anläßlich der Generalversammlung im Jahre 1977 gab Vorsitzender Ernst Baur aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nach 25 Jahren auf und Fritz Goos wurde zum Nachfolger gewählt.
An Stelle des tödlich verunglückten Rechners Engelbert Kaiser übernahm Franz Burgert die Kassengeschäfte.
In der Generalversammlung wurde beschlossen, aus dem Erlös des Volkslaufes einen Kinderspielplatz zu bauen. Viele Arbeitsstunden waren notwendig, um die Spielgeräte herzurichten und am 14. Mai 1977 konnte der Spielplatz „Tannengrund“ seiner Bestimmung übergeben werden.

Nach umfangreichen Planungen und diversen Behördengesprächen wurde nach der Schneeschmelze im Frühjahr 1978 mit dem Bau einer Schutzhütte am „Roten-Kreuz“ begonnen und nach nur viermonatiger Bauzeit konnte am 02. September 1978 bereits Richtfest gefeiert werden. Am 09. Dezember trafen sich alle am Bau beteiligten Helfer in der nun fertiggestellten Hütte um ein Hüttengremium zu wählen und man beschloß, dem Bauwerk den Namen „Rot-Kreuz-Hütte“ zu geben.
Am 20 Mai 1979 weihte Pfarrer Scheller die Hütte feierlich ein. Verbunden mit der Einweihung war auch der erste Kinderwandertag als Beitrag zum Jahr des Kindes.
Insgesamt wurden beim Bau 1.500 Arbeitsstunden geleistet und die Materialkosten lagen bei 50.000 DM. Großen Dank am Zustandekommen gebührt Emil Mutterer sowie dem Staatlichen Forstamt St. Blasien.

Am 23 Januar 1983 war unsere Ortsgruppe Ausrichter des Gauskiwandertages des Gau Hochrhein. Ideale Schnee- und Witterungsverhältnisse sicherten dieser Veranstaltung einen guten Besuch.

Im Herbst 1984 wurde entlang des Schindelbaches zwischen Riggenbach und Dorf ein neuer Verbindungsweg von der Landstraße zum Krunkelbachweg gebaut. Auch eine Holz-Brücke über den Schindelbach mußte angefertigt werden.

Zu den 10. Bernauer Bergwandertagen hatte unser Verein am 20. Und 21. Juli 1985 eingeladen. Das Organisationsteam um Walter Baur hatte sich große Mühe gegeben, so daß diese Jubiläumsveranstaltung zu einem großen Erfolg wurde. Als Auszeichnung erhielten die Teilnehmer einen Jubiläums-Keramik-Teller mit allen Motiven des Bernauer Handwerks. Für musikalische Stimmung sorgten der „Bayer-Sepp“ und die „Wälder-Buebe“. Wie im Sommer so wurde auch im Winter zum 10. Bernauer Volksskilauf eingeladen.

Bei der Generalversammlung 1986 gab es einen Ämtertausch an der Vereinsspitze. Der bisherige Zweite Vorsitzende Bruno Strittmatter wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt und Fritz Goos übernahm das Amt des Vize.

1988 war ein Jahr voller Jubiläen. So veranstalteten wir den 10. Kinderwandertag, feierten das 10jährige Rot-Kreuz-Hütten-Jubiläum, konnten zur 20. Hochgebirgswanderung einladen und vor genau 50 Jahren wurde der Doldinger-Felsen eingeweiht.
Am 22. Oktober 1988 fanden mit dem 90. Geburtstag unseres Vereins die Feierlichkeiten den krönenden Abschluß. Im frisch renovierten Kurhaus wurde unter Mitwirkung des MV Bernau-Außertal, des MGV „Liederkranz“ Bernau, dem Gesangsduo Heidi und Erika mit Dr. Kaiser, der Trachtengruppe Bernau und den Hans-Thoma-Tal-Musikanten gebührend gefeiert.

Die Vorstandswahlen bei der Generalversammlung am 18.03.89 im Schwanen ergaben einige Änderungen. Fritz Goos übernahm kommissarisch für ein Jahr den Vorsitz und Rudi Salvisberg wurde zum neuen Zweiten Vorsitzenden gewählt.

Seit 1991 hat Zweiter Vorsitzender Rudi Salvisberg eine Jugendgruppe aufgebaut. Die Jugendlichen treffen sich einmal monatlich zu gemeinsamen Unternehmungen.

Bei der Generalversammlung am 27.03.1993 wurde Franz Kaiser zum neuen Vorsitzenden gewählt. Fritz Goos, der den Verein 16 Jahre führte, wurde für seine verdienstvolle Arbeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Am 04.11.1994 verstarb Ehrenvorsitzender Ernst Baur. Er hat die hundertjährige Geschichte unserer Ortsgruppe wie kein zweiter geprägt. Von 1950 bis 1953 und von 1955 bis 1977 war er Vorsitzender, von 1953 bis 1955 stellvertretender Vorsitzender und darüber hinaus von 1956 bis 1968 zugleich Schriftführer.

Zum 20. und zugleich letzten Mal veranstaltete unsere Ortsgruppe am 29. und 30. Juli 1995 die Bernauer Bergwandertage. Als Auszeichnung gab es für alle Teilnehmer einen farbigen Porzellanteller mit den Abbildungen der Bernauer Pfarrkirche und aller fünf Kapellen.

100 Jahre Schwarzwaldverein Ortsgruppe Bernau e.V., ein stolzes Jubiläum, wie es Vorsitzender Franz Kaiser betonte, das gebührend am 25. Juli 1998 mit einem Festakt gefeiert wurde. Höhepunkt der Feier war die Verleihung der Eichendorff-Plakette. Die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen der Präsident des Hauptvereins Eugen Dieterle, Bürgermeister Kistler und Vertreter anderer Ortsgruppen gratulierten zum Jubiläum und überreichten Geschenke. Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Jagdhornbläser St. Blasien, das Gesangsduo Heidi und Erika mit Oskar Sailer und seiner singenden Säge, dem Musikverein Bernau-Außertal und den hans-Thoma-Tal-Musikanten.

Im Rahmen einer Waldandacht wurde am 04. Juli 1999 von Pater Maximilian am Blößling ein Gedenkstein für alle verstorbenen Mitglieder der Ortsgruppe eingeweiht.

Das 110-jährige Bestehen des Schwarzwaldverein Ortsgruppe Bernau e.V. wurde im Jahr 2008 mit einigen Jubiläumswanderungen gefeiert.
Die Wanderung zum Waldfest am Roten Kreuz war Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten.
Unter der Führung von Wanderwart Anton Kleiner hatten sich beim Start gut 60 Wanderfreunde eingefunden. Dabei waren Vertreter einer ganzen Reihe von Ortsgruppen aus dem Bezirk Hochrhein, die sich über die prächtigen Ausblicke ins Bernauer Tal erfreuten.
Nachdem sich die Teilnehmer im eigens errichteten Zelt an der Hütte gestärkt hatten, begrüßte sie Ortsgruppenvorsitzender Franz Kaiser. In einem kleinen Rückblick auf die 110-jährige Geschichte stellte er den Verein vor. Zur Unterhaltung trug danach das „Silberdistel-Duo“ mit seinen Alphörnern bei. Es handelte sich dabei um die Vereinsmitglieder Anton Kleiner und Manfred Schön, die sich mit einem versierten Gast verstärkt hatten. Zu den Festbesuchern stießen später auch Bürgermeister Rolf Schmidt und Sigrid Meineke, die Leiterin des Naturschutzgroßprojektes Feldberg − Belchen − Oberes Wiesental, die eine Führung durch das Naturschutzgebiet Taubenmoos absolviert hatte.

Zum Schluß dieser Aufzeichnung wäre noch zu erwähnen, daß wir viele Tages- und Halbtagswanderungen in und um Bernau, Hochgebirgstouren in der Schweiz, Rad- und Wanderwochen außerhalb des Schwarzwaldes und viele Seniorenwanderungen durchführen.
In Zusammenarbeit mit der Bergwacht findet jedes Jahr eine Aktion „Saubere Landschaft“ bzw. „Saubere Berge“ statt und wir sind stets bemüht, unsere schöne Schwarzwaldlandschaft zu schützen, damit die erholungssuchenden Gäste auch in Zukunft noch ein Stückchen „Paradies“ vorfinden.

Der Doldinger-Felsen am Kaiserberg

Der Doldinger-Felsen am Kaiserberg

Vor 70 Jahren einem Schwarzwaldfreund gewidmet

Oben am Kaiserberg in Bernau steht er, der Doldinger-Felsen, in den ein Relief mit der Darstellung eines markanten Kopfes eingeschlagen ist, ein Mann mit Brille und geschmücktem Wanderhut.
„Doldinger-Felsen“ steht darunter in Stein gehauen, die Schrift im Laufe der Jahre schon etwas verblaßt. Das ist er, der Doldinger, dem dieser Fels gewidmet wurde. Doch wer war Doldinger?
Leopold Doldinger war ein Postbeamter aus Freiburg, beim Hauptverein des Schwarzwaldvereins war er als Bezirkswegewart tätig. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren war Doldinger oft Gast im „Adler“ in Bernau-Riggenbach und unternahm von hier aus Wanderungen, rings um seinen Lieblingsort im Schwarzwald, wie er immer wieder betonte.
Was er bemängelte, war die noch unvollständige Markierung der Wanderwege, und er machte sie zu seiner Aufgabe. Vom Bernauer Schreinermeister Albert Schweizer ließ er Holztafeln mit einem kleinen Dachvorsprung anfertigen, und nach den Entwürfen von Leopold Doldinger nahm A. Sailer die Beschriftung vor.
Vorsitzender des Schwarzwaldvereins Bernau war damals Hüttenwirt August Draxler von der Krunkelbachhütte. Er fragte damals Ernst Baur, seiner Zeit schon ein Schwarzwaldvereins-idealist, ob er nicht Leopold Doldinger bei seiner Arbeit helfen wolle. Und wer Ernst Baur kannte, der weiß, daß er gleich dabei war. Ernst Baur bewunderte den Schwarzwaldfreund Doldinger und noch mehr dessen wichtigstes Werkzeug, eine zusammenklappbare Leiter aus Meerrohr.
Aus Dankbarkeit für die Arbeit an den Bernauer Wanderwegen beschloß man, Doldinger eine Erinnerung zu setzen. Noch zu Lebzeiten von Leopold Doldinger wählten Forstwart Richard Köpfer, Vorsitzender August Draxler und Bildhauermeister Franz Köpfer den Felsbrocken am Kaiserberg aus. Bildhauermeister Franz Köpfer schlug auch das Porträt in den Stein, eine sehr gut gelungene Arbeit. Man glaubt, den Geehrten zu sehen wie er leibt und lebt, sagte Ernst Baur dazu.
Am 23. Oktober 1938 wurde dann der Stein eingeweiht, dazu war auch der damalige Präsident des Schwarzwaldvereins, Prof. Schneiderhöhn nach Bernau gekommen. Bürgermeister Georg Ortlieb, selbst ein langjähriger Schwarzwaldvereinler war dabei, viele Mitglieder und die Schüler der beiden Bernauer Schulen. Und natürlich Leopold Doldinger selbst, der sich sehr über diesen Lohn für seine „Ferienarbeit“ freute.


Anlässlich des 110-jährigen Jubiläums unserer Ortsgruppe wurde der bekannte Jazzmusiker und Komponist Klaus Doldinger, ein Enkel von Leopold Doldinger, zum Ehrenmitglied ernannt.
Im Beisein einiger Ehrengäste und einer großen Anzahl von Wanderern überreichte Ortsgruppen-Vorsitzender Franz Kaiser am „Doldinger-Felsen“ die entsprechende Urkunde. Doldinger bedankte sich mit einem improvisierten Saxophon-Solo.